Luke`s Update – Folge 1

Kennt ihr das auch? Noch während der Wecker bimmelt und man selbst die Augen kaum offen bekommt, hat man einen Plan für den vor sich liegenden Tag. Man hat vor, die Kollegen und vor allem die Kolleginnen an diesem Tag mit seinem guten Aussehen zu überraschen.  Allein aus diesem Grund hat man sich nicht nur morgens unter der Dusche gestellt und den alternden Astralkörper mit Wasser und Duschgel sauber gerubbelt, sondern auch die Haare gewaschen, die Zähne geputzt, sich rasiert, Deo und Rasierwasser aufgetragen, die Haare trockengeföhnt und gestylt und ist danach in eine frische Unterhose, ein Paar Socken, Jeans

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Die Monotonie der klickenden Tastatur

Das Arbeitsleben ist schön. So schön, dass man am liebsten jeden Tag und zu jeder Uhrzeit arbeiten würde. Gerne betritt man die Firma auch am Wochenende und an Feiertagen, um sein Bestes für die Unternehmung zu geben. Nicht 100 Prozent, sondern 120 ist die Devise. Urlaub und Freizeit sind sowieso überbewertet, denn wer Freude an seiner Tätigkeit hat braucht keine Entspannung.  Auch Sonderzahlungen, Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Prämien und Tantiemen erscheinen bei so viel Freude überflüssig. Erreichbarkeit, rund um die Uhr, bereitet ein wohliges Behagen. Man ist eben wichtig für die Firma und unentbehrlich. Da muss die Familie schon mal ein Auge

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Landleben deluxe

Morgens, wenn der alte Mann die Beine behäbig aus dem Bett schwingt, ist die Blase meist bis zum Bersten gefüllt. Das am gestrigen Abend nicht zu wenige Biere in den Schlund gekippt wurden, macht die Sache nicht besser. Schnell muss es also gehen, auch wenn die müden, alten Knochen nicht mehr so mitmachen wie sie sollten. Hurtig muss die Nasszelle aufgesucht werden, damit der Urin nicht in der schon jetzt besudelten Unterhose landet. Mit klapprigen Beinen macht sich der Opa auf den Weg durch den Flur mit den alten, in die Tage gekommenen abgewetzten Teppich. Man kann richtig erkennen, dass

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Der saftige Flattermann

“Hey du. Genau, dich meine ich. Komm doch mal rüber zu mir. Ich beobachte dich schon die ganze Weile von meinem Balkon aus. Wir kennen uns noch nicht gut, aber ich kann erkennen das du nicht nur gut aussiehst, sondern auch nett bist. Ich sehe so etwas sofort. Eine nette Nachbarin ist etwas Feines. Also gib dir einen Ruck, verlasse deine und komm in meine Wohnung. Ich habe auch Wein und Sekt und die neueste Scheibe von Rick Astley läuft bei mir rauf und runter.“ „Du kannst dir aber auch was mitbringen. Ein Getränk meine ich. Hier gibt es nur

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Der miese Schreiberling

„Wer der schreibenden Zunft angehört, der hat doch immer Ideen. Wie kann es sonst sein, dass so einer, der immer mit dieser schrecklich runden Brille herumläuft mit seinen Büchern Geld verdient? Ein Auto hat der feine Herr auch noch. Scheint also wirklich kein schlechter Schreiberling zu sein. Wird schon seine Leser haben, der Typ mit der Brille. Vielleicht sollte ich wirklich mal ein Buch von ihm kaufen? Wenn ich doch nur wüsste, unter welchem Pseudonym er sein Geschmiere auf den Markt bringt. Wird wohl kaum unter seinen wirklichen, also richtigen Namen – der Name der auch an seiner Wohnungstür steht

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Doppelschrei 2021

Ein Junge. 10 Jahre alt und noch grün hinter den Ohren. Eine Klassenarbeit, die in die Hose ging. Ein Pfeife-rauchender Vater, der immer Hemden trägt. Gerne kariert, selten einfarbig. Grobe, schwielige Hände die von dicken Adern durchzogen sind. Von der schweren Arbeit gestählte Arme. Ein Stuhl ein Tisch und Stille. Das Klassenheft liegt auf dem Tisch, ansonsten ist er leer. Das Heft ist voller roter Striche und Anmerkungen des Lehrers. Das Diktat war einfach zu schwer. Viele Wörter, die der Junge niemals vorher schrieb. Fehler über Fehler. Zwei Seiten sind beschrieben worden. Große, krakelige Schrift. 45 Fehler hat der Lehrer

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Freitag, der schönste Tag der Woche

Schon seit einer gefühlten Ewigkeit wartet der Mann im Büro auf den ersehnten Feierabend, auf das Wochenende und auf ein eiskaltes Bier. Es sind noch knapp 30 Minuten, die verstreichen müssen, bis die Klappe fällt. Nichts kann ihn hier auch nur eine Minute längere halten, denkt er verharrt regungslos auf seinen Bürostuhl und glotz gedankenverloren ins Dekolleté seiner Kollegin, die ihm gegenüber sitzt und mit spitzen Fingern auf die Tastatur einhämmert als gäbe es kein Morgen mehr. Nur wiederwillig löst er seinen Blick von den ZENSIERT der Kollegin, kratzt sich durch die Innentaschen seiner Hose ungeniert am Sack und denkt:

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Ich glotz TV im Plattenbau

Ein Hochhaus das 14 Etagen hat und irgendwo im Ruhrpott steht. Graue, kerzengerade Wände, Fenster an Fenster und Balkon an Balkon. Im unteren Bereich zieren Graffiti den tristen Bau. Wenige Laternen erhellen die Umgebung rund um das Haus nur minimal. Dunkle Ecken und ein finsterer, enger Durchgang zum Hinterhof runden das Bild der Siedlung ab. Im Hof vertrieben sich Jugendliche ihre Langeweile. Sie sind gezwungen hier zu wohnen und sitzen rauchend auf dem Schaukelpferdchen für die Kleinen oder trinken Alkopops auf den Bänken, die rund um den Sandkasten aufgestellt wurden. Auch der eine oder andere Joint wandert schon mal durch

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Die bärtige Martina

Es war einer dieser Tage, an denen keiner meiner Kumpels Zeit zum Saufen finden konnte. Es war nicht Freitag und auch nicht Samstag, dennoch hatte ich das Verlangen mir nicht zu wenige Biere und ein paar Schnäpse in den Rachen zu schütten. Ich hängte mich also ans Telefon und druckte die Tasten des betagten Gerätes, mehrere male. Ich sprach mit Tim, ich sprach mit Marc, ich quatschte mit Leo und auch mit Benny doch niemand hatte Zeit. Einige mussten am nächsten Tag arbeiten, andere hatten ihre Geschäfte am Laufen und wieder andere wollten den Tag auf der Couch vor der

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Schlechtwetterfront im Gehirn

Oft kann das Schreiben so einfach sein. Die Gedanken tanzen im Gehirn Tango und übertragen sich auf die Finger, die dann wiederum in Windeseile über die Tastatur huschen und die schönsten, geistreichsten und witzigsten Sätze auf das virtuelle Papier bannen. Blumige Worte. Einfach, schnörkellos und leicht verständlich aber dennoch mit einem gewissen Charme behaftet. Es gibt aber Tage, die anders sind… Es gibt aber Tage, die anders sind. Nichts ist es mit huschenden Fingern und blumigen Worten. Im Gehirn sind Wolken aufgezogen. Dunkel und bedrohlich. Sie bilden eine undurchdringbare Front für die wohligen Geistesblitze und verhindern die süße Symbiose zwischen

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