Kategorie: Sarkastisches (Seite 2 von 2)

Feed the pony

Komm, mach auf, deine Futterluke. Immer rein damit. Rein mit dem saftigen Steak, rein mit den fettigen Fritten, eine nach der anderen. Auch für eine Familien-Pizza und ein paar Cheeseburger ist noch Platz im Balg.

Ja, immer schön weit auf den Schlund…

Ja, immer schön weit auf den Schlund, damit du mit deinen Fingern den schlammigen Fraß weit in den Rachen hineinschieben kannst. Gerne helfe ich auch nach. Macht mir Spaß. Ich sehe dich gerne essen. Sehe gerne, wie du fett und feist wirst.

Ich habe es gerne, das dein Gewicht die Kapazität von normalen Personenwaagen übersteigt. Ich habe kein Problem damit, das du schon ganz bald nicht mehr gehen kannst und dein Bett eine Sonderanfertigung ist.

Auch ein Dessert zum Nachttisch habe ich dir besorgt. Sollst nicht hungern, meine Süße. Nie wieder. Sahnetorte, Donuts und gezuckerte Berliner gibt es. Iss aber bitte mit den Fingern. Benutze keine Gabel und schon gar keinen Löffel.

Ich will sehen wie du schmierst und kleckerst…

Ich will sehen wie du schmierst und kleckerst, wie ein kleines Kind. Hinterher helfe ich dir aus deinem besudelten Kleid. Selbst kriegst du es ja nicht mehr über den Kopf.

Endlich kann ich deinen stattlichen Bauch sehen. Riesig ist er und hängt schwer auf deinen Schenkeln deren Innenseiten wund gescheuert sind, von den wenigen Schritten, die du bewältigen kannst.

Ich schiebe sie behutsam auseinander, reibe zärtlich eine Creme auf die schrundigen Stellen und komme in Wallung.

Die gewichtelte Schallplatte

Ich kann mich wage erinnern, an
einen Tag in der Schule.
Es war kurz vor Weihnachten und es
sollte gewichtelt werden.
Niemand sollte wissen von wem
er das kleine Präsent,
das sich im großen Sack aus
Jute befand bekam,
doch jeder wusste bescheid.

Ich kannte weder Tito noch Milošević.

Ich war aufgeregt, denn das für mich
vorgesehene Geschenk kam von
meinem Schwarm.
Sie kam aus aus Kroatien,
ist von dort geflüchtet.
Ich hatte keinen Plan, was sie
dazu veranlasste.
Ich kannte weder Tito noch Milošević.

Als ich an der Reihe war,
riss ich hastig das Papier, mit den
aufgedruckten Tannenzapfen auf.
Schüchtern blickte ich sie dabei an.
Ihre vollen Lippen formten sich,
ganz kurz, zu einem Lächeln.
Ich war hin und weg.

Erst zuhause begutachtete ich
mein Geschenk. Es war eine Single.
Schwarz wie die Nacht. Ich legte sie
auf und verstand kaum ein Wort.
Sprachlich völlig unbegabt, sagte mein
Englischlehrer immer und gab mir eine Fünf.
Es war mir egal. Phil hatte eine sanfte
Stimme und ich träumte von Ihr
während er unverständliche Worte
ins Mikrofon hauchte.

Die Scheibe lief rauf und runter
auf dem billigen Gerät aus der
Woolworth. Ich hörte sie Abends
und war im Gedanken bei ihr
Ich hörte sie morgens und freute
mich sie in der Schule zu sehen. Ich
hörte sie am Nachmittag und war
traurig, dass die Schule vorbei war.

Seine Zunge tanzte in ihrem Mund und
die Lippen, die mir bis dato so zugesagt hatten,
standen sperrangelweit auf.

Eines Nachmittags sah ich sie aus
der Ferne an der Bushaltestelle. Arm
in Arm mit einem Schönling,
aus der Oberstufe.
er hatte schwarze Haare und einen
Dreitagebart. Ich hatte einen Flaum.
Seine Zunge tanzte in ihrem Mund und
die Lippen, die mir bis dato so zugesagt hatten,
standen sperrangelweit auf.
Ihre Augen waren geschlossen.

Ich ging nach Hause. eine einzelne Träne
lief mir die Wange herab.
Daheim legte ich die Single auf. Ein
letztes mal. Phil Collins Stimme hatte
sich verändert. Sie klang wie
das Grunzen eines schwedischen Death Metal-
Sängers. Ich warf Sie in den Müll.

Jeden Tag musste ich sie sehen. Sie
saß mir in der Klasse direkt
gegenüber. Ich war niedergeschlagen
und sie überglücklich.
Blühte richtig auf und bekam, auf
einmal, gute Noten. Meine gingen
in den Keller
um Kohlen zu holen.

Die Monate vergingen. Auf dem
Schulhof stolzierten Sie händchenhaltend.
Zeigten ihr Glück und ihre Zähne. Dann
war sie auf einmal weg. Kam nie wieder,
die Schönheit, die vor
dem Krieg geflüchtet war. Sie verließ die
Schule ohne Abschluss. Hatte einen Braten
In der Röhre. Dick und saftig.

Ich trauerte ihr nicht nach. Aus
den Augen aus dem Sinn. Meine Noten
kamen von Unten, um ins
Sonnenlicht zu treten. Ich blühte auf und
zeigte meine schiefen Zähne.

Sie kannte weder Tito noch Milošević.

Ein paar Wochen
später, kam ein neues Mädchen in
unsere Klasse. Sie bekam den Platz von IHR.
Sie kam aus Serbien und wohnte
In einem Hochhaus. Hoch oben, in der 11. Etage.
Sie kannte weder Tito noch Milošević.

Wieder einmal sollte gewichtelt werden.
Ich half ein bisschen nach, das mir
die Schönheit aus Serbien zugeteilt
wurde. Ihre Augen waren tiefbraun,
wie die eines zarten Rehkitzes. Ich
kaufte ihr eine Single. Sie war tiefschwarz, von
Phil und hatte mir das Herz gebrochen.

Als der Tag kam, als sie das Papier, mit
den aufgedruckten Weihnachtsmännern abriss,
schaute ich ihr tief in die Rehaugen. Sie blickte
mich schüchtern an und lächelte. Sie
war hin und weg. Auf dem
Weg nach Hause, machte ich
einen Abstecher in die Drogerie. Ich
kaufte eine Packung Kondome. Bunt und
mit Geschmack.

Im Freibad

Alter, was scheint die Sonne heute. Nicht mir aus dem Arsch, sondern direkt aus dem Himmel. Keine Wolke, ach was sag ich, nicht mal ein kleines Feder-Wölkchen trübt den azurblauen Himmel. Hat bestimmt 32 Grad da draußen, da führt doch kein Weg dran vorbei, seine Haut irgendwo oder irgendwie mit Wasser zu benetzen. Zeit seine Freizeit zu genießen, ins Freibad zu gehen, sich die wärmenden Strahlen direkt auf den fetten Balg scheinen zu lassen und danach ins kühle Nass zu springen.

Gesagt getan. Rein ins Auto und auf kürzestem Wege direkt zum Freiluft-Bad um sich einzureihen, in die Schlange die sich vor dem winzigen Kassenhäuschen gebildet hat. Drinnen sitzt eine alte Dame, so um die 70, die so schlecht sieht, dass sie jeden einzelnen Geldschein, mit der Lupe auf Wertigkeit und Echtheit überprüfen muss. Der Automat der durchaus das Potenzial hätte, die Situation zu entschärfen, ist defekt und das nicht seit gestern, sondern seit letztem Jahr, so um diese Jahreszeit.

Trotzdem, wer wird denn gleich in die Luft gehen? Ist doch alles nicht so schlimm…

Trotzdem, wer wird denn gleich in die Luft gehen? Ist doch alles nicht so schlimm. Nur die Suppe, die einem geradewegs von der Platte, die sich mit dem Alter auf dem Kopf gebildet hat, schräg über den von Haaren übersäten Rücken, direkt in die Arschritze läuft, lässt einem das lange Warten doch ein wenig unbehaglich erscheinen. Aber auch das geht vorbei und man darf schon bald seinen Obolus entrichten und mit Freude durch das Drehkreuz ins Innere steuern.

Dort angekommen stellt man erschrocken fest, das hunderte, ach was sag ich, tausende die Hürde der weitsichtigen Greisin genommen und auch die Schikane des metallenen Drehkreuz hinter sich gelassen haben. Eng an Eng sind die Liegewiesen, bereits im vorderen Bereich, gefüllt. Dass die Sonnenanbeter ihre Decken, Handtücher und Matratzen nicht bereits auf den Gehwegen abgelegt haben und ihre halbnackten Astralkörper der Allgemeinheit präsentieren, erscheint bei diesem Anblick wie ein Wunder, ist aber wahrscheinlich nur eine Folge der stetig patrollierenden Badeaufsicht.

Langsam und mit wachem Blick geht man den Weg entlang…

Langsam und mit wachem Blick geht man den Weg entlang, um die große Liegewiese zu erreichen. Vorsichtig setzt man sodann den ersten nackten Fuß auf den Rasen und spürt die einzelnen Halme zwischen den Zehen. Einen Fuß vor den anderen und im Zickzack-Kurs geht es weiter durch die glücklichen Rentner, die hier im Reih und Glied auf den mitgebrachten Liegen, bequem in der Sonne brutzeln. Die Ruheständler haben sich morgens, ganz früh einen Wecker gestellt, um die besten Plätze zu ergattern. Haben auch alle eine Dauerkarte, die Greise und brauchen nicht zu warten, am Drehkreuz. Halten einfach den Pass unter die Nase des Bademeisters, begrüßen diesen mit Handschlag und spazieren, ohne weitere Repressalien zu befürchten, in das Bad.

Leider muss ich feststellen, dass für mich hier, im vorderen Bereich der Wiese nichts zu holen ist. Wäre ja auch zu schön, denn hier ist noch alles gut erreichbar, was es braucht, um einen schönen Tag im Freibad zu verbringen. Das Schwimmbecken, der Kiosk mit dem kalten Bier, der Imbiss mit den fettigen Kartoffelstäbchen, die meist drapiert mit einem Klecks Mayo daherkommen und die Toiletten um den ungesunden Fraß wieder auszuscheiden.

Ich gehe, mit meiner schweren Sporttasche, schwitzend, weiter und erreiche den mittleren…

Ich gehe, mit meiner schweren Sporttasche, schwitzend, weiter und erreiche den mittleren Teil der Wiese und erhoffe mir hier ein freies Plätzchen zu finden. Doch auch hier, wo auch das Kleinkinderbecken zu finden ist, ist es voller als erwünscht. Hier haben sich die Familien mit den lärmenden, nervenden Blagen angesiedelt. Hier liegen: Handtücher an Handtücher, Strandmuscheln an Strandmuscheln, Picknickdecken an Picknickdecken und auch der Rest der freien Wiese wird besetzt durch Utensilien wie: Kühltaschen, Badelatschen, Kinderwägen, Sonnenschirme, Taucherbrillen, Wasserpistolen und Gewehre, Wasserbälle und jede Menge anderer Kram, der der Bespaßung der mitgebrachten Sprösslingen dient.

Vor Anstrengung keuchend, spiele ich mit dem Gedanken mich hier einfach irgendwo dazwischen zu quetschen, habe aber Angst, dass ich ständig einen Ball vor die Glocke oder den Fuß eines umher rennenden Kindes in die Klöten bekomme. Weitergehend würde ich Gefahr laufen, als Pädophiler abgestempelt zu werden, wenn ich hier mit meinen über vierzig Lenzen auf dem Buckel, meine Bierwampe, zwischen dem achtjährigen Kevin-Silvester und der zehnjährigen Stella-Luna in die Sonne knalle.

Also besser weiter suchen…

Also besser weiter suchen und den hinteren Teil der Liegewiese erkunden. Hier haben sich die Teenager und Halbstarken angesammelt und es herrscht eine angespannte Stimmung. Schon als ich die ersten Schritte auf der Wiese tue, vorbei an einer Decke, auf denen sich nicht nur zwei Mädchen zwischen dreizehn und fünfzehn Jahren bräunen, sondern auch zwei Jungs, gleichen Alters, sich lässig die Sonne auf den Pelz brennen lassen, werde ich argwöhnisch beäugt. Ungeachtet dessen gehe ich weiter und komme an diversen Decken vorbei, auf denen neben Bierdosen, Chips-Tüten und Energy-Drinks auch kabellose Boom-Boxen, die den Ghettoblaster aus meiner Jugend abgelöst haben, platziert sind. Diese spucken schaurige Musik aus, die mit der aus meiner Jugend nicht mehr viel Gemeinsamkeiten hat. Hier hört man die 187 Straßenbande Rappen, dort Capital-Bra und ein wenig weiter Kollegah gemeinsam mit Fler ihre Hasstiraden ins Mikrofon brüllen.

Nee, auch hier muss ich weiter. Geht nicht anders. Kann ich mir nicht die ganze Zeit geben, diesen prolligen, gehaltlosen Sprechgesang, wo jedes zweite Wort ein Schimpfwort ist! Also weiter, bis kurz vor Schluss des Bades, direkt an die umschließende Hecke und den dahinter versteckten Zaun. Hier liegen auch nicht mehr viele. Nur vereinzelt finden sich Decken mit Grüppchen, die einen Joint kreisen lassen oder eine Shisha-Pfeife rauchen. Gelegentlich liegt auch mal einer alleine, einer von der Sorte, wie ich es einer bin. Ein von denen die ein bisschen zu jung sind, um sich früh morgens den Wecker zu stellen und sich eine Dauerkarte zu holen, die ein bisschen zu alt sind für den Bereich mit den Familien und Teenagern aber genau richtig, für diesen hier.

Auch wenn das Schwimmbecken nur noch mit dem Fernglas zu erkennen ist…

Auch wenn das Schwimmbecken nur noch mit dem Fernglas zu erkennen ist, das kalte Bier vom Kiosk in fast unerreichbarer Ferne gerückt und der Geruch von fettigen Pommes mit Curry-getränkten Phosphat-Stäbchen, hier ganz hinten, nicht mehr wahrnehmbar ist, werfe ich meine Sporttasche auf den Boden und bereite meinen Liegeplatz vor. Als ich schlussendlich meinen Badelacken ausgebreitet und mich meiner überflüssigen Kleidung entledigt habe, lege ich mich in die Sonne und schließe erschöpft die Augen. Nach kurzer Zeit erklingen von der Nachbardecke die surreal anmutenden Geräusche einer Maultrommel und der Duft von Marihuana steigt mir in die Nase. Ich spüre einen Finger auf meiner Schulter, öffne die Augen uns schaue in das freundliche Gesicht einer Dame mittleren Alters, die mich einlädt mitzukommen. Hin zu den wunderlich klingenden Lauten, den lächelnden Menschen und den duftenden Joint. Spontan beschließe ich mitzukommen und beim nächsten Besuch im Freibad, sofort diesen Bereich, hier ganz hinten, anzusteuern.