Eines Abends saß ich vor dem Monitor,
doch er blieb leer.
Eines Abends, der Mond schien durch
mein Fenster, war ein Vakuum in meinem Kopf.

Irgendwann, es dauert nur ein paar
Minuten, überlegte ich mir, dass für jede
Zeile, die ich auf das imaginäre Papier bringen
würde, ein Mensch dran glauben müsse.

Sofort war ich Feuer und Flamme
und hämmerte mit feuchten Fingern
auf die Tastatur ein. Der scheiß Mond
schien noch immer durch die Scheibe.

Die erste Zeile die ich schrieb, war
grauenhaft. Sie durchtrennte die Halsschlagader
von M. Die Buchstaben hinterliessen
rote Schlieren auf dem Bildschirm.

Die zweite Zeile, die ich schrieb, war
auch nicht besser, doch sie brachte den
Tod von I. Er wurde erwürgt und sein
Röcheln klang wie Musik in meinen Ohren.

Die dritte Zeile kam recht laut daher.
Die Kugel einer Shotgun zertrümmerte
den Schädel von K. Gehirnmasse klatsche
zähflüssig auf dem Monitor. Ich fand Gefallen daran.

Die vierte Zeile war gemein. Sie schlich
sich an und näherte sich N. von hinten.
Eine Plastiktüte fand den Weg über ihren Kopf.
Ihr Körper erschlaffte rasant.

Die fünfte Zeile hat mich erschreckt, so
gewaltig war sie. Mit einer Motorsäge wurde S.
zerteilt. In vielen kleinen Stücken lag er dann da,
in einem Meer aus Blut. Ich stand auf und
übergab mich auf dem Klo.

Als ich zurück kam und die ersten fünf Zeilen las,
schrieb ich die sechste nicht mehr.
Der Mond war weg und die Sonne ging auf
und ich zu Bett. Ich schlief schnell
und friedlich ein und träumte – bittersüß.