Heute spucke ich mal ein paar Worte aus. Rotze sie einfach auf den glänzenden, metallischen Boden des Autoscooter. Ich bin einer von den Männern die zum Mitreisen gesucht und gefunden wurden. Ich bin es, der die billigsten Klamotten trägt, die er finden kann. Ich bin es, der immer eine Cap auf dem Kopf trägt, um seine strähnigen, ungewaschenen Haare darunter zu verstecken. Ich bin es, der keine richtige Heimat und keine richtige Familie hat. Alle unter dem Torf, von der Sippe.

Pennen tue ich im altersschwachen Wohnwagen, mit drei anderen schäbigen Gesellen. Sie sind meine Kollegen, meine Freunde und irgendwie auch meine Familie. Man könnte Mitleid mit mir haben, wenn da nicht der Schlüssel wäre, der mit einer Kette an meiner gammeligen Jeans befestigt ist. Den Schlüssel schiebe ich immer wieder in die elektrifizierten Seifenkisten und bin sodann der Held des Abends. Geschickt steuere ich das alleingelassene Gefährt im Stehen durch die anderen, weiche ansehnlich den bereits besetzen aus, lächele den weiblichen Teenagern zu und zeige meinen Kontrahenten den imaginären Stinkefinger.

Die Weiber sind hin und weg…

Die Weiber sind hin und weg. Wollen alle was anfangen, mit dem coolen Typen, der auf dem Rummel malocht. Wollen Freifahrten haben und machen dafür so einiges. Gelegentlich verdrücke ich mich dann und greife mir eins von den willigen Mädels. Hinter dem Toilettenwagen schiebe ich ihr meine Zunge in den Mund und die Hand unter das Shirt und meine kleine Welt ist wieder in Ordnung. Dann und wann geht auch mal mehr. Manchmal öffnet eine von ihnen ihre Schenkel für mich, im Wohnwagen. Die Kollegen habe ich vorher bestochen. Drei Flaschen Bier, für eine halbe Stunde Intimität.

Ich verspüre keine Scham und habe auch kein schlechtes Gewissen. Es ist einfach. Es ist schön. Es ist zwar keine Liebe, fühlt sich aber fast so an. Irgendwann, meist nach einer Woche bauen wir das Fahrgeschäft ab. Packen alles ein, in Lkw mit Anhänger. Wir reisen weiter. Wir brechen unsere Zelte ab und Irma weint. Sie wusste, dass es ein kurzes Vergnügen sein würde und trotzdem hat sie sich eingelassen, auf einen Typen mit ungewaschenen Haaren, von der maloche gestählten Muskeln und ein wenig Mundgeruch. Hat sich flachlegen lassen, von dem Typen mit Schlüssel an der Hose. Hat sich bumsen lassen, von dem Mann der in jeder Stadt ein Mädel hat.

Irma ist nur eine von vielen…

Irma ist nun eine von vielen. Ich nehme sie zum Abschied in den Arm und sage ihr das wir wiederkommen. Ich will sie mir warmhalten, für den kalten Herbst. Manchmal klappt es manchmal nicht.