Kennt ihr das auch? Noch während der Wecker bimmelt und man selbst die Augen kaum offen bekommt, hat man einen Plan für den vor sich liegenden Tag. Man hat vor, die Kollegen und vor allem die Kolleginnen an diesem Tag mit seinem guten Aussehen zu überraschen.  Allein aus diesem Grund hat man sich nicht nur morgens unter der Dusche gestellt und den alternden Astralkörper mit Wasser und Duschgel sauber gerubbelt, sondern auch die Haare gewaschen, die Zähne geputzt, sich rasiert, Deo und Rasierwasser aufgetragen, die Haare trockengeföhnt und gestylt und ist danach in eine frische Unterhose, ein Paar Socken, Jeans und in ein gebügeltes Hemd gestiegen.

Damit die Wirkung vom ansprechenden Äußeren nicht schon im Auto verfliegt…

Damit die Wirkung vom ansprechenden Äußeren nicht schon im Auto verfliegt, sitzt man während der ganzen Fahrt kerzengerade, damit der edle Zwirn nicht zu viele Falten bekommt und fühlt sich als hätte man einen Stock im ZENSIERT. Normalerweise nimmt man einen Thermobecher mit Kaffee mit in die Karre, um die Fahrt zur Arbeit ohne einzupennen zu überleben, aber auch darauf hat man am heutigen Tage verzichtet, um nicht Gefahr zu laufen das leckere Gebräu auf der frisch gewaschenen teuren Markenjeans oder dem gebügelten und gestärkten Hemd zu verteilen. Stocksteif quetscht man sich so möglichst bewegungslos die knapp 10 Kilometer durch die verstopfte Innenstadt, bis man immer noch gut gelaunt und frohen Mutes den ersehnten Zubringer zur Autobahn erreicht.

Schön ist es, wenn man schon morgens einen Tagesplan hat.

Die Laune ist auch dann noch nicht verflogen, als man schlussendlich die Autobahn entert und feststellt, dass mal wieder Stau ist und man (nur noch) 40 Kilometer vor der Brust hat. Erst als einem knapp 1,5 Stunden später und ungefähr 20 Kilometer vor dem Ziel brühend heiß einfällt, dass man heute Homeoffice hat, weil im Büro die PCs ausgetauscht werden, sinkt die Laune rapide. „Scheiße verdammt. Scheiße hoch drei“, denkt man und nimmt die nächste Ausfährt gen Heimat und beschließt an der nächsten Raststätte haltzumachen, um wenigstens die dickleibige Bedienung im Kittel hinter der Kasse mit seinem Aussehen zu verzaubern. Schön ist es, wenn man schon morgens einen Tagesplan hat.