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Immer wieder sonntags

Wenn man einer von denen ist, die die Bräuche des Christentums nicht bis ins Detail zelebrieren, dann kann so ein Sonntag durchaus schon einmal langweilig werden. Wenn man am Vormittag den Kater vom Vorabend endlich erfolgreich mit einer 800er-Iboprofen-Tablette, die behutsam aus dem Alu-Blister gequetscht wurde, erfolgreich bekämpft und hinter sich gelassen hat, tritt einem die Langweile, imaginär aber dennoch deutlich spürbar, in das runzelige Gemächt.

Gerade dann, wenn man es sich auf dem billigen Schwingsessel aus dem Hause Ikea gemütlich gemacht hat und die schweren, krampfadrigen Beine auf den davor drapierten gleichfarbigen Hocker des gleichnamigen Designers abgelegt hat, trifft sie einen mit voller Wucht. Erschwerend kommt hinzu, dass die Batterien der abgenutzten, speckigen Fernbedienung, des hochmodernen flachen TV-Geräts, seinen Geist aufgegeben haben. Da man zu faul ist aufzustehen und neue Energiespender, erst aus der untersten Schublade der Kommode aus Pressspan zu holen und sodann in die Fernbedienung zu schieben, bleibt man halt auf dem aktuell laufenden Sender hängen.

“Scheiß drauf, läuft doch eh überall nur Mist”, denkt man und…

„Scheiß darauf, läuft doch eh überall nur Mist“, denkt man und ärgert sich dann aber doch, dass die Batterien so weit vom eigenen Standort entfernt sind und beobachtet angewidert wie eine Blondine, aus dem ehemaligen Osten des Landes, durch den Fernsehgarten juckelt und von einem Fettnäpfchen ins nächste wandelt. Irgendwann, wenn man vor Antriebslosigkeit und innerer Leere wieder eingenickt ist, wird man unsanft von der Pranke der liebenden Gattin auf den Schultern geweckt und an den Mittagstisch gelotst.

Das Weib hat sich ihre Zeit damit vertrieben, indem sie sich in der Küche eingeschlossen, gekocht und dabei Schlager von Howard, Drafi, Roger, Roy oder – wenn es wenig moderner sein sollte – von Helene angehört hat. Die Schmonzetten, die blechern aus dem billigen Unterschrankradio durch den kleinen Küchenraum schallen, laufen auch dann noch, als sich der Mann bereits an den Küchentisch gesetzt hat. Vor Hunger sabbernd wartet er sodann auf den, von seiner Frau hoffentlich gut gefüllten Teller und kommt dabei nicht umhin mit dem rechten Fuß, unter dem Tisch, den Takt der Musik mitzuschwingen.

Als schließlich der Teller mit Sauerbraten, Rotkohl und Klößen vor einem…

Als schließlich der Teller mit Sauerbraten, Rotkohl und Klößen vor einem, auf dem mit einer bunt gemusterten Wachstuchtischdecke bekleideten Massivholztisch gestellt wird, kann man sich vor Ungeduld kaum noch im Zaum halten und hält sowohl die Gabel als auch das Messer bereits in den Händen. Hurtig verschlingt man sodann gierig das mit Liebe gekochte Mahl und kleckert nicht nur auf den Tisch und auf den Stuhl, sondern auch auf das frisch gestärkte und gebügelte Hemd, das einem die Frau morgens zum Anziehen bereitgelegt hat.

Als alles Essbare vertilgt wurde und auch das große Glas Bier, dass einem die angetraute Göttergattin liebenswerte Weise zum Essen spendiert hat, im Schlund verschwunden ist, lässt man die Frau mit den liebgewonnenen Reinigungsarbeiten alleine und verzieht sich in seinen Hobbykeller, um sich ausgiebig seiner Briefmarkensammlung zu widmen. Erst am Nachmittag hört man, wie eine wildgewordene Furie gestresst gegen die Holztür klopft und einem so zu verstehen gibt, dass die eigene Anwesenheit eine Etage höher gewünscht wird.

Artig macht man sich an den Aufstieg und bemerkt…

Artig macht man sich an den Aufstieg und bemerkt schon auf der Treppe den Duft eines frisch gebackenen Kuchens und erklimmt sodann ein wenig schneller die wenigen Stufen. Oben angekommen, wandert man mit Karacho durch den Flur mit den an die 70er-Jahre erinnernde braun-orangene Mustertapete und der überfüllten Garderobe und erscheint erneut in der Küche, wo die Frau bereits auf einem wartet. Der Tisch ist nun eingedeckt mit dem geerbten, guten Kaffeeservice von Oma-Resi, eine Thermoskanne und einem Tablett mit Käsekuchen.

Schweigsam vertilgt man sodann drei bis vier Stücke des leckeren Gebäcks und trinkt heißen Kaffee. Ein oder zweimal ist man versucht, die ersten Worte des Tages mit seiner Ehefrau zu wechseln, gibt aber rasch auf, da die eben genannte in einer Illustrierten vertieft ist. Seie Gattin ist ganz darauf erpicht zu erfahren, was in den Königshäusern der Welt passiert, wo die Promis des Landes Urlaub gemacht haben und welcher von Ihnen, unverschämter Weise fremd gegangen ist. Dieses Wissen ist für sie zum völligen Unverständnis des Gatten extrem wichtig, denn nur so ist sie in der Lage sich mit der verhassten Nachbarin darüber ausgiebig und bei jeder Gelegenheit auszutauschen.

Nach dem Kaffeekränzchen zu zwei hat seine Frau eine Idee…

Nach dem Kaffeekränzchen zu zweit hat seine Frau eine Idee. Eine Idee, die sie bedauerlicherweise jeden Sonntag, wenn es nicht gerade in Strömen regnet, hat. Sie will Spazierengehen. Eine Tätigkeit, die dem Mann derart zu Wider ist, dass er sich selbst lieber einen Pullover mit Waffelmuster stricken würde. Trotzdem schmeißen sich beide kurze Zeit später Ihre Jacken über den Wamms, verlassen das Haus und latschen eine kleine Runde an den nahegelegenen Feldern vorbei. Als sie nach etwas einer Stunde das Haus wieder erreichen, wartet bereits die Nachbarin, die im Vorgarten selbstredend total zufällig gerade um diese Zeit, die Rosen schneidet auf sie und verwickelt sie in ein zwangloses aber total langweiliges Gespräch.

Als die beiden Quasselstrippen endlich bei Kate und William angelangt sind, kann sich der Mann unbemerkt entfernen und verschwindet wieder in den Hobbykeller. Dort verbleibt er bis seine Frau ihn zum Tatort wieder aus den Kellerräumen hochholt. Bei dieser Sendung sind beide Feuer und Flamme und verfolgen hoch konzentriert und gebannt das Treiben auf der Mattscheibe, bis schlussendlich der Mörder gefasst wurde und die Tagesthemen, dass Ende des Tages einläuten. Mehr aus Pflichtbewusstsein als Interesse verfolgen beide Ehepartner die Nachrichten, bis sie schlussendlich einen weiteren langweiligen Sonntag ad acta legen und endlich ins Bett gehen können.

Joggen für ein besseres Leben

Heute ist es so weit. Ich habe mich Wirklich und wahrhaftig in den viel zu engen Jogginganzug gequetscht und stopfe mir, just in diesem Augenblick, die teueren kabellosen Kopfhörer in die Ohrmuscheln.

Schon gestern habe ich angefangen, an meinen suboptimalen Lebensstil zu feilen und bewusst die vier großen Bier, die ich mir sonst so allabendlich in dem Leib schütte, auf drei reduziert. Weitgehend habe ich darauf verzichtet beim Fernsehen Chips, Schokolade und Erdnüsse in den Rachen zu schmeißen. Da ich zwar darauf erpicht bin mein Selbstwertgefühl zu steigern und mein Gewicht zu verringern, mein Durchhaltevermögen aber noch nicht zur Gänze ausgeprägt ist, konnte ich dennoch nicht ganz auf die Knabbereien vor der Glotze verzichten. Kompromissbereit wie ich nun einmal bin, habe ich vor der Flimmerkiste aber wirklich nur drei kleine Müsli-Riegel, die zugegebenermaßen dick mit weißer Schokolade umzogen waren, in ganz kleine Bissen weggemümmelt und dabei nicht vergessen jeden Happen gut durchzukauen.

Als ich dann heute Morgen aus den roten, ledernem Boxspringbett gestiegen bin…

Als ich dann heute Morgen aus den roten, ledernem Boxspringbett gestiegen bin, habe ich mich dann irgendwie schon ganz leicht und nicht so träge und verkatert wie sonst gefühlt. Der einzige Nachteil war, dass mein Magen geknurrt hat, wie ein räudiger, altersschwacher Schäferhund, der seine Rente als Wachhund auf dem Bauernhof, aufbessert. Auch das leckere Frühstück, dass aus einer kleinen Schüssel Müsli gemischt mit fettarmem Joghurt und frischen Apfelstückchen bestand, sorgte nicht für eine deutliche, wahrnehmbare Besserung. Dennoch blieb ich standhaft und quetschte mich, wie bereits erwähnt, in den Jogginganzug.

Sicherlich, die fette Wampe und die Biertitten, die ich mir im Laufe meines Lebens angefressen und angesoffen hatte, machten mich in den total bunten, ballonseidenen Jogginganzug, den ich ganz unten in meinem Schrank gefunden hatte, noch nicht zu dem Adonis auf der Laufstrecke im Park, der ich sein wollte. Dennoch fand ich mich attraktiv genug, dass mir mein eigener Anblick, beim prüfenden Blick in den Spiegel, ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Als ich endlich das Handy in eine Klarsichthülle geschoben und mir um den Arm gebunden hatte, war ich bereit für die erste sportliche Betätigung nach dem Schulsport in der 10. Klasse.

Schwungvoll und voller Begeisterung öffnete…

Schwungvoll und voller Begeisterung öffnete ich die Tür, trat vor die selbige, wurde empfangen vom azurblauen Himmel des goldenen Oktobers und brachte, voller Elan, die wenigen Schritte bis zum Auto hinter mich. Nun quetsche ich mich hinter das Lenkrad, startete den Wagen und fuhr in meinem 80er-Jahre-Outfit die wenigen hundert Meter zum nahegelegenen Park. Dort angekommen, stellte ich mein Fahrzeug zu den anderen, die hier in beachtlicher Anzahlt den Seitenstreifen blockierten und machte mich sodann auf den Weg zur Laufstrecke.

Dort angekommen griff ich nach dem Smartphone, startete gekonnt, mit einer legeren Bewegung, die Musik-App und wartete den kurzen Augenblick bis Mick Jagger seinen Mund dermaßen weit aufgerissen hatte, dass sein Gesang direkt aus Amerika, quasi bis über den großen Teich, im weit entfernten Deutschland ankam und in meinen Ohren zu hören war. Erst dann war ich fertig und startet meinen Lauf.

Gewohnt gemütlich, wie ich nun einmal bin…

Gewohnt gemütlich, wie ich nun einmal bin, startete ich meinen Lauf, im gemäßigten, meinem Alter entsprechenden, Tempo und steigerte die Geschwindigkeit erst dann, als mich von hinten, eine uralte Dame mit Hund überholte. Dem Anschein nach war die grau melierte mindestens doppelt so alt wie ich und nur hier draussen, in der freien Natur, weil der an der Leine geführte Rauhaardackel seinen Darm und Blase entleeren musste. Die erhöhte Geschwindigkeit hatte allerdings zur Folge, dass mein Bauch und auch die Titten dermaßen in Wallung gerieten, dass ich das Gleichgewicht verlor, von der Strecke abkam und sich meine überteuerten Laufschuhe, die ich mir extra für dieses Ereignis besorgt hatte, in der riesigen Tretmine eines, erheblich größeren als den eben gesehenen Vierbeiner, wiederfanden.

Mit Scheiße an den Schuhen und auch ein paar Spritzer davon an der Hose nahm ich, nachdem ich mich auf die Strecke zurückgekämpft hatte, meinen Lauf wieder auf. Schnaufend, wie eine Dampfwalze erreichte ich mein, selbst gewähltes und in Sichtweite entferntes Etappenziel, gerade eben. Dort an der mit Graffiti übersäten Parkbank und der mit Kotbeutelchen überfüllten Mülltonne hielt ich kurz Inne, setzte mich und fingerte mit hochrotem Kopf den zerknautschten, mitgebrachten Proteinriegel aus der schweißgetränkten Tasche meiner Jogginghose. Rasch befreite ich die Verpflegung aus der Folie und stopfte mir, unbedacht und jegliche Ernährungsregeln missachtend, den Riegel komplett in den Mund.

Noch kauend dachte ich nach, wie es weitergehen sollte…

Noch kauend dachte ich nach, wie es weitergehen sollte. Ich hatte mich körperlich bewegt, ich hatte weniger gefressen und gesoffen und ich würde weiter machen. Ich hatte die Stones gehört, mich in einen Trainingsanzug gequetscht und mich wieder jung gefühlt. Ich hatte die alte Dame mit dem Hund wieder eingeholt und ihr beim Überholvorgang den Stinkefinger gezeigt. Ich war wieder ein Mann, der es mit fast allen aufnehmen konnte und entschied genau in diesem Moment, dass ich es am Anfang nicht gleich übertreiben sollte.

Voller Genugtuung stand ich also auf und machte mich auf den Weg zurück zum Auto. Zwar konnte ich meine Karre von hier noch immer am Seitenstreifen stehen sehen und auch die Oma mit dem Köter, kam mir just in diesem Augenblick ein drittes Mal entgegen, dennoch war ich mit meiner Leistung durchaus zufrieden. Ganz langsam setze ich einen Schritt vor den anderen, lächelte die Greisin, während ich an ihr vorbeitrottete, freundlich an und ordnetet den von ihr gezeigten „Scheibenwischer“ innerlich als Schabernack ein. Mit Kot bekleckert, schweißgetränkt aber glücklich erreichte ich sodann mein Auto, setze mich hinter das Steuer und es kam mir so vor als hätte sich der Raum, zwischen meinem Bauch und Lenkrad, tatsächlich ein wenig vergrößert.

Feed the pony

Komm, mach auf, deine Futterluke. Immer rein damit. Rein mit dem saftigen Steak, rein mit den fettigen Fritten, eine nach der anderen. Auch für eine Familien-Pizza und ein paar Cheeseburger ist noch Platz im Balg.

Ja, immer schön weit auf den Schlund…

Ja, immer schön weit auf den Schlund, damit du mit deinen Fingern den schlammigen Fraß weit in den Rachen hineinschieben kannst. Gerne helfe ich auch nach. Macht mir Spaß. Ich sehe dich gerne essen. Sehe gerne, wie du fett und feist wirst.

Ich habe es gerne, das dein Gewicht die Kapazität von normalen Personenwaagen übersteigt. Ich habe kein Problem damit, das du schon ganz bald nicht mehr gehen kannst und dein Bett eine Sonderanfertigung ist.

Auch ein Dessert zum Nachttisch habe ich dir besorgt. Sollst nicht hungern, meine Süße. Nie wieder. Sahnetorte, Donuts und gezuckerte Berliner gibt es. Iss aber bitte mit den Fingern. Benutze keine Gabel und schon gar keinen Löffel.

Ich will sehen wie du schmierst und kleckerst…

Ich will sehen wie du schmierst und kleckerst, wie ein kleines Kind. Hinterher helfe ich dir aus deinem besudelten Kleid. Selbst kriegst du es ja nicht mehr über den Kopf.

Endlich kann ich deinen stattlichen Bauch sehen. Riesig ist er und hängt schwer auf deinen Schenkeln deren Innenseiten wund gescheuert sind, von den wenigen Schritten, die du bewältigen kannst.

Ich schiebe sie behutsam auseinander, reibe zärtlich eine Creme auf die schrundigen Stellen und komme in Wallung.

Die Zetteltante im ranzigem Kittel

„Das, was wir sehen, ist das was wir begehren.“ So, oder so ähnlich sagte das schon Hannibal Lektor, in das Schweigen der Lämmer und dann muss da doch was dran sein, denke ich mir und betrachte eingehend den drehenden Gyros-Spieß, vor dem ein fettleibiger, schwitzender Grieche mit einem langen scharfen Messer steht und das saftige Fleisch herunterschneidet. Ich stehe nun schon einen ganze Weile in der Fritten-Schmiede meines Vertrauens und beobachte das emsige Treiben hinter dem Tresen, bis sich nach einer gefühlten Ewigkeit die blondierte Griechin im ehemals weißen Kittel dazu herab lässt meine Bestellung aufzunehmen.

Auf einen winzigen Zettelchen schreibt sie sodann hurtig meine Wunschliste. Die Buchstaben und Worte auf dem Papier gleichen dem Geschmiere, das mein Arzt auf einem Attest oder in einem Bericht hinterlässt und sind für Außenstehende, wie ich es einer bin, niemals im Leben entzifferbar. Liebevoll drapiert die ebenfalls übergewichtige Blondine den Zettel, zu einigen anderen mit ähnlichen Geschmiere, mit einem Magneten an eine metallene Leiste, an der Wand gegenüber, die anscheinend einzig dafür in das Ensemble aus Gastronomie-Großgerätschaften und Möbel arrangiert wurde.

Froh, dass ich immerhin meine Bestellung aufgeben konnte und damit aus der Masse, die sich vor dem Tresen versammelt hat, heraussteche…

Froh, dass ich immerhin meine Bestellung aufgeben konnte und damit aus der Masse, die sich vor dem Tresen versammelt hat, heraussteche beobachte ich weiter das Geschehen hinter der Balustrade aus Holz, Metall und Glas und lasse mein Zettel, der noch immer unangetastet an der Leiste hängt, nicht aus den Augen. Eine ganze Horde an Menschen, wahrscheinlich die gesamte Sippe, hat sich hinter dem Tresen verschanzt, führt irgendwelche Arbeiten aus, läuft wie aufgescheuchte Hühner hin und her und ignoriert den meinigen Zettel gekonnt. Dann und wann stoßen, aus dem hinteren Bereich des Ladens, der für die Allgemeinheit nicht einsehbar ist, noch weitere Personen dazu, öffnen schwarze Styropor-Kisten und klauen den Wartenden im Verkaufsraum das Essen, stopfen es in die Kisten und verschwinden in Windeseile wieder durch die Hintertür.

Ich war abgelenkt, nur eine kurze Zeit und habe versucht mir das Aussehen der Fastfood-Diebe genau einzuprägen, um in Falle einer Gegenüberstellung genaue Aussagen machen zu können, doch dem Anschein nach gehörten diese wohl doch zum Team der Imbiss-Stube, denn niemand der anderen hat protestiert, oder auf andere Weise zum Ausdruck gebracht, dass hier ein Verbrechen geschieht. Diese kurze Ablenkung hat aber dazu geführt, dass ich nicht beobachten konnte, wer meinen Zettel von der Metallschiene genommen hat und nun meine Essen für mich zubereitet. Ein bisschen nervös versuche ich aus dem Gewusel, dass dem Treiben im Inneren eines Ameisenhaufens, auf frappierende Weise ähnelt, den Menschen herauszufiltern der in diesem Augenblick für mich und meine daheim sitzenden, hungrigen Angehörigen tätig wird.

Nach kurzer Zeit aber, gebe ich bereits entnervt auf und stehe mir weiter, wie alle anderen Trottel auch, die Beine in den Bauch.

Nach kurzer Zeit aber, gebe ich bereits entnervt auf und stehe mir weiter, wie alle anderen Trottel auch, die Beine in den Bauch. Einige der Wartenden wedeln hektisch mit den Armen, um die Aufmerksamkeit der drallen Blondine auf sich zu lenken, andere glotzen wie Zombies auf ihre Smartphones und wischen hektisch, ohne Sinn und Verstand die einzelnen Seiten des Gerätes aus China hin und her. Ich aber bleibe, auch wenn es schwerfällt ruhig und gelassen und schiebe meine heruntergerutschte Brille, mit dem Zeigefinger, wieder in ihre angestammte Position und fixiere meinen Blick, möglichst gelassen, auf die riesige Tafel, die alle feilgebotenen Gerichte fein säuberlich aufzeigt und studiere diese.

Es passiert als ich bei der Grillplatte Artemis angekommen bin. Die Griechische Göttin des fettigen Mahls, bittet mich an die Theke heranzutreten und überreicht mir, mit einem strahlenden Lächeln, eine Plastiktüte mit duftendem Inhalt. Sollte es wirklich wahr sein? Sollte ich diese Tortur, sondergleichen wahrhaftig überstanden haben? Wie konnte das plötzlich so schnell gehen und wer im Gottes Namen hat nun Hand angelegt, am Taxi-Teller für mich und meine Göttergattin und an die Pommes-Schranke meiner Tochter? „Das macht dann 18,10 €, Luke“, sagt die blondierte. Mit offenem Mund überreiche ich ihr einen Zwanziger und sage: „Stimmt so, Helia. Bis nächsten Donnerstag dann.“ Ein weiteres Mal lächelt Helia mich freundlich an und sagt: „Klar, bis nächsten Donnerstag dann. Grüß deine beiden Damen von mir.“