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Freitag, der schönste Tag der Woche

Schon seit einer gefühlten Ewigkeit wartet der Mann im Büro auf den ersehnten Feierabend, auf das Wochenende und auf ein eiskaltes Bier. Es sind noch knapp 30 Minuten, die verstreichen müssen, bis die Klappe fällt. Nichts kann ihn hier auch nur eine Minute längere halten, denkt er verharrt regungslos auf seinen Bürostuhl und glotz gedankenverloren ins Dekolleté seiner Kollegin, die ihm gegenüber sitzt und mit spitzen Fingern auf die Tastatur einhämmert als gäbe es kein Morgen mehr. Nur wiederwillig löst er seinen Blick von den Titten der Kollegin, kratzt sich durch die Innentaschen seiner Hose ungeniert am Sack und denkt: „Auch die wird die ungeschriebene Gesetze, die einem den Alltag im Büro erträglicher machen noch lernen.“

Endlich hat er es geschafft. Die Zeiger auf seiner nostalgisch anmutenden Armbanduhr aus dem Hause Festina, zeigen genau 13 Uhr. Die Tage Montag bis Donnerstag sind arbeitsreich und gespickt mit Konferenzen und Terminen aber der Freitag ist da, um die Woche ausklingen zu lassen und früher in das Wochenende zu gehen. Komme was wolle. Da führt kein Weg dran vorbei. Der altersschwache PC wurde schon 10 Minuten vorher heruntergefahren, der Aktenschrank wurde bereits akribisch verschlossen und auch die ansehnliche Butterbrotsdose aus Metall wurde in die teuere, lederne Aktentasche geschoben.

Während sich Peter endlich auch den Trenchcoat über das Business-Hemd…

Während sich Peter endlich auch den Trenchcoat über das Business-Hemd wirf, tippt „Fräulein Vorbild“ immer noch und tut so als wäre ihr das Wochenende egal. Er kann dieses Verhalten nicht nachvollziehen, macht jetzt aber dennoch die Biege und wirft der Blondine ein nicht ernst gemeintes „Schönes Wochenende“ an den Kopf und hämmert die Tür von außen in die Angeln. Draußen angekommen geht er an der Schranke vorbei, findet sein Liebling auf ihn wartend, auf seinem reservierten Parkplatz und hüpft elegant über die Fahrertür und landet passgenau mit seinem Arsch im Sitz der feuerroten Corvette.

Die Autobahn ist um diese Zeit frei. Er kann gehörig auf das Gaspedal drücken und dabei im Takt seiner laut aufgedrehten Lieblingsmucke mit wehendem Haar nach Hause düsen. Dort angekommen braucht er nicht nach einem Parkplatz zu suchen. Sein roter Rennhobel findet Platz unter dem riesigen Carport, das vor seinem schicken, frei stehenden Einfamilienhaus sein Zuhause gefunden hat. Hier ist sein Schatz vor den grauenhaften Regen und den scheißenden Vögeln einigermaßen geschützt und dennoch könnte Peter schnell, wenn ihm danach wäre, in das Vehikel springen und am Nachmittag, um in Metaphern zu denken, mit nacktem Oberkörper an der Strandpromenade auf und ab fahren.

Doch nun geht er zur Tür und lässt behutsam den Schlüssel in das Schloss gleiten…

Doch nun geht er zur Tür und lässt behutsam seinen Schlüssel in das Schloss gleiten und öffnet diese. Seine beiden, wunderschönen und wohlerzogenen Kinder, die beide eine Privatschule besuchen, kommen angerannt, fallen ihm um den Hals und zeigen ihn damit wie gerne sie ihn haben. Kimberly ist 14 und Josef 12. Ein Mädchen und ein Junge. Genauso wie er und seine Frau es sich es seinerzeit gewünscht, geplant und ausgeführt hatten. Genau nach Zeitplan, damit nichts seiner Karriere im Weg steht. Seine Frau kümmert sich auch heute einzig und alleine liebevoll um das Wohl der Kinder, fährt sie zum Ballett, zum Geigenunterricht und zum Tennis. Nebenbei schmeißt sie den Haushalt und hat alle Tätigkeiten mehr als nur im Griff. Peter weiß, dass der Terminkalender seiner Frau voller ist als sein eigener, wird sich aber hüten es ihr auf die Nase zu binden.

Auch seine Frau kommt nun, um ihn zu begrüßen. Der attraktiven Dame des Hauses, die immer noch eine absolute Traumfigur hat, steht ehrliche Freude ins Gesicht geschrieben. Sie führen eine harmonische aber konservative Ehe, wie Peter findet. Zuvorkommend wie sie ist, hilft sie ihren Gatten aus dem Mantel, hängt diesen ordentlich an die Garderobe und geleitet ihn sodann ins Wohnzimmer. Hier ist bereits alles vorbereitet. Sein Sessel, auf dem er nun Platz nimmt, ist in Richtung des Fernsehers ausgerichtet. Er muss nichts weiter tut. Seine liebende Gattin zieht ihm behutsam die Schuhe aus und stülpt die kuscheligen Pantoletten über seine von der Arbeit schmerzenden, verschwitzten Füße und hebt diese vorsichtig auf den Fußhocker.

Nun bleibt der blonden Schönheit nur noch…

Nun bleibt der blonden Schönheit nur noch ihm die bereits geöffnete, eiskalte Flasche von seinem Lieblingsbier zu reichen und die Fernbedienung des riesigen Fernsehgeräts in die andere Hand zu geben, um sich sodann leise in die Küche zurückzuziehen. Während sich ihr Göttergatte von der anstrengenden Arbeit ausruht, bereitet sie dort seine Lieblingsspeise zu, schaut aber in regelmäßigen Abstanden im Wohnzimmer nach dem Rechten. Ihr ist es wichtig und ein großes Anliegen, dass das Bier ihres Mannes in der braunen Glaskaraffe nicht komplett zur Neige geht.

Endlich ist das Essen zubereitet. Peter muss nur das neben der Küche gelegene Esszimmer aufsuchen und auf seinen Stuhl Platz nehmen, sich die Servierte auf den Schoß legen und das fettige, deftige und wahrscheinlich ungesunde aber absolut leckere Mahl herunterschlingen. Hier in seiner gewohnten Umgebung braucht er nicht auf die Etikette zu achten. Hier kann er das Essen schlingend und schmatzend herunterwürgen und danach ohne sich zu schämen, rülpsen und furzen. Für sich und die Kinder hat seine Frau übrigens ein anderes Gericht zubereitet. Weitaus gesünder, weniger fettig, aber lang nicht so appetitlich.

Nach dem Essen macht es sich Peter mit aufgeblähtem Bauch auf der…

Nach dem Essen macht es sich Peter mit aufgeblähtem Bauch auf der Terrasse des Anwesens gemütlich. Nur mit einer Badehose bekleidet liegt er sodann auf der bequemen Liege unter dem Sonnenschirm und beobachtet, die sich in der leichten Brise bewegenden größeren Laubbäume am Ende seines Gartens. Dabei lässt er sich einen von der liebenden Gattin kredenzten Cocktail munden und springt gelegentlich, um sich abzukühlen, in den hauseigenen Pool. Erst als die Sonne untergeht und er schon ein wenig angesäuselt von den vielen Cocktails und dem Bier ist, holt ihn seine leicht bekleidetet Frau ab, nimmt ihn an die Hand und geht mit ihm auf direktem Weg ins Schlafzimmer.

Im Schlafgemach angekommen verriegelt die Dame des Hauses die doppelflüglige Tür, öffnet ihren Bademantel und schmeißt sich nackt wie Gott sie einst schuf auf das kreisrunde, riesige Bett. Im über dem Bett an der Decke angebrachten ebenso großen Spiegel, kann der dickliche Adonis erkennen, dass seine Frau ihn, kess wie sie in diesen Momenten nun einmal ist, mit dem Zeigefinger zu ihm heranbittet. Nachdem er seine Badehose heruntergelassen hat, kommt er dieser Bitte lächelnd nach und lässt sich ein, auf den geilen, wollüstigen, langandauernden Tanz der Liebenden.

Völlig erschöpft aber glücklich und beseelt…

Völlig erschöpft aber glücklich und beseelt, spürt er nach dem Liebesakt wie ihm seine mehrfach befriedigte Gattin einen Kuss auf die Wange haucht und sanft die seidene Bettdecke über seinen nackten, vom Paarungsakt gezeichneten Körper legt. Überglücklich und voller Stolz auf sich und sein Leben schläft Peter ein. Erst eine ganze Zeit später spürt Peter etwas Schweres auf seiner rechten Schulter, dass ihn zu schütteln scheint. Auch dringen aus weiter Ferne Worte an sein Ohr, die so gar nicht nach seiner Ehefrau klingen und überhaupt nicht in das Bild zu passen scheinen.

Langsam kommt Peter zu sich. Bedächtig wacht er auf und wird sich der Hand auf seiner Schulter mehr und mehr bewusst. Wie in Zeitlupe hebt Peter nun seinen Kopf von der Schreibtischplatte, dreht sich um und erkennt hinter sich seinen steinalten Chef, der ihn so ungalant Schüttelt, mit bösen Augen anfunkelt und ihm Schimpfwörter an den Kopf schmeißt. Er sei hier nicht zum Pennen, sondern zum Malochen brüllt sein Boss und hört erst dann mit dem Schütteln auf, als sich Peter kleinlaut für sein Fehlverhalten entschuldigt und seine Arbeit, am Freitag um 17:15 Uhr wieder aufnimmt.

Widerwillig stimmt Peter in das Tippen seiner Kollegin…

Widerwillig stimmt Peter in das Tippen seiner Kollegin ein. Angewidert wird ihm bewusst, dass er bestimmt noch eine ganze Stunde braucht bis die Statistik, die er zu erstellen hat, fertig ist. Leidvoll wird Peter klar, dass sich das so wirklich und wahrhaftig angefühlte Erlebnis nur ein Traum war. Voller Ekel weiß er nun, dass er auch heute in seinen kleinen, uralten Opel Corsa steigen wird. Er wird mit der Karre durch überfüllte Straßen fahren und wird ewiglich brauchen bis er einen Parkplatz gefunden hat. Im Anschluss wird er seine gammelige Junggesellenbude aufsuchen, sich eine Tiefkühlpizza in den Ofen schieben, ein Bier aus einer Plastikflasche schlürfen und frustriert und alleine furzend und rülpsend den Abend vor dem Fernseher verbringen.

Irgendwann wird er dann auf der ranzigen Couch einschlafen. Nach wenigen Stunden Schlaf wird er sabbernd, mit muffigem Mundgeruch vom Wecker geweckt. Er wird auch am heutigen Samstag wieder das Büro aufsuchen. Er wird wieder für seinen cholerischen Chef da sein. Er wird erneut Arbeiten verrichten, die ihm völlig zuwider sind. Doch eventuell, mit ein bisschen Glück, findet er wieder ein paar Minuten Zeit um seinen Kopf auf die Tischplatte zu legen. Er wird dann endlich wieder mit seiner virtuellen aber wunderschönen Frau zusammen sein können. Er wird wieder eine rote Corvette fahren, Hausbesitzer sein und mit seiner großbusigen Frau ein Schäferstündchen verbringen und glücklich und zufrieden sein.

Einkaufen mit Frau im Schlepptau

Bald ist die Woche schon wieder vorbei und das Wochenende steht direkt vor der hölzernen, vom Portas-Mann aufgemöbelten, Haustür. Die Frau hat daheim, in der überheizten, warmen Kaschemme nicht nur gestrickt und gehäkelt, sondern auch einen Einkaufszettel geschrieben. Das macht sie immer am Freitagabend der Vorwoche und hat dabei nicht nur die einzelnen Tage, und die Gerichte, die an diesen gekocht werden sollen im Blick, sondern auch das Budget, das ihr vom angetrauten Göttergatten dafür zur Verfügung gestellt wird. Penibel und hoch konzentriert reiht sie zuerst, um den Überblick zu behalten, alle Wochentage der kommenden Woche in Spalten und ordnet die Gerichte in den darunter liegenden Zeilen an. Hat sie diese Aufgabe zu ihrer eigenen Zufriedenheit erledigt, kann sie auch schon mit der eigentlichen Liste, der am Samstag zu besorgenden Utensilien und Fressalien, beginnen.

Wie immer wird die Liste lang und die Dame des Hauses braucht einige Zeit dafür. Zwischendurch schiebt sie ihre Lesebrille immer mal wieder auf die Stirn, um keine der Handlungen der Silhouette des Bergdoktors, die über die riesige, an der Wand montierte Mattscheibe flimmert zu verpassen und stopft sich dabei einen Schoko-Brownie in den Mund. Gerne wäre sie auch mit so einen tollen, charmanten und erfolgreichen Mann verheiratet, der ihr die Welt zu Füßen legen würde. Doch ein Blick auf die Couch gegenüber, wo ihr eigener Mann gerade eben, nach dem dritten Bier im Sitzen eingeschlafen ist, holt sie abrupt auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein bisschen angeekelt stellt sie dabei fest, dass ein dünner Speichelfaden im Winkel, seines mit Oberlippenbart verzierten Mundes hängt und dieser nun geräuschlos auf die aus Polyesterfasern bestehende, moosgrüne Strickjacke tropft.

“Es ist so wie es ist”, resümiert sie, als sie die Einkaufsliste fertig beiseite legt…

„Es ist so wie es ist“, resümiert sie, als sie die Einkaufsliste fertig beiseite legt und ihren Mann unsanft, mit einem Schlag auf dessen Oberschenkel, aus dem Schlaf holt. Auch der Bergdoktor hat seine Aufgaben heuer erledigt und braucht zumindest heute keine Herzen mehr zu brechen. Ehemann und Ehefrau begeben sich schweigend zum Badezimmer, um an den zwei nebeneinander angebrachten Waschbecken, die Abendtoilette zu erledigen. Beisser werden gereinigt, Ohrringe aus Ohrläppchen geholt, Wasser und Seife ins Gesicht geschmiert nur, um nachher mit dem Handtuch wieder abgerubbelt zu werden. Die Dame des Hauses legt, nach dieser Prozedur, noch eine Nachtcreme auf. Der Mann hat das Schlafgemach bereits erreicht und ist längst aus seinen Klamotten geschlüpft, hat sich ausgiebig am Gemächt gekratzt und ist danach in den Schlafanzug aus grober Baumwolle geschlüpft.

Als die Ehefrau das Schlafzimmer betritt, schläft der Mann bereits. Man hört es am lauten Schnarchen und wird unweigerlich an den letzten Ausflug in den nahegelegenen Park erinnert, wo einige vom Borkenkäfer befallenen Bäume mittels Kettensäge von ihrem Leiden erlöst wurden. Auch die Ehefrau zieht nun ihre Kleider aus und schlüpft in ihr Nachthemd. Der total bunte Fetzen Stoff zeigt auf frappierender Weise eine enorm starke Ähnlichkeit mit dem Zelt des Zirkus, der auf dem Parkplatz vor dem Lidl-Mark seine Tore geöffnet hat und das nicht nur hinsichtlich der Farbauswahl, sondern bedauerlicherweise auch im Hinblick auf die Größe. Sodann wuchtet sie ihren Körper auf die Matratze, greift mit geübtem Griff in die Schublade des Nachttischchens, stopft sich die Stöpsel in die Ohren und verdeckt ihre Augen mit einer im Leoparden-Muster daherkommenden Schlafmaske. Als sie endlich ihre Lieblingsposition gefunden hat und das Schnarchen des Mannes zu einem dumpfen Hintergrundrauschen abebbt, schläft auch sie hurtig ein.

Ganz gemütlich lässt man es am nächsten Tag angehen…

Ganz gemütlich lässt man es am nächsten Tag angehen. Der Mann besorgt beim morgendlichen Gang mit dem Rauhaardackel namens Wigald, beim hiesigen Bäcker, Brötchen und die Dame des Hauses bereitet in dieser Zeit daheim alles für ein ausgiebiges, opulentes Frühstück vor. Am Wochenende wollen es sich die beiden Rentner besonders gut gehen lassen. Als ihr Gatte die Wohnung betritt, der Dackel es sich in der Ecke der Küche, neben der Heizung, in seinem Körbchen gemütlich gemacht hat, ist der Tisch bereits gedeckt. Wurst, Schinken, Käse, Marmelade, Honig, Quark und für jeden drei gekochte Eier warten darauf von dem Ehepaar vertilgt zu werden. Schnell werden drei dick belegte Brötchen in den Rachen gestopft, die Eier geköpft und verschlungen und das Ganze mit mindesten vier Tassen, wegen der Pumpe entkoffeinierten, Kaffee heruntergespült.

Sodann geht es auch schon ans Waschen und Anziehen. Allerdings macht sich der Magen des Mannes, deutlich hörbar, bemerkbar und er weiß, dass er nicht umhinkommt vorher etwas zu erledigen. Zügig verschwindet er, nicht ohne sich zuerst mit der Tageszeitung bewaffnet zu haben, auf die Gäste-Toilette und widmet sich voll und ganz dem Morgenschiss. Währenddessen ist die Frau aber nicht untätig. Sie schlüpft zur Gänze aus ihren Klamotten, zeigt sich nackt wie Gott sei einst schuf vor dem Spiegel und muss anerkennen, dass sich ihr Körper seit damals doch ein wenig verändert hat. Schnell schiebt sie aber den aufsteigenden Ekel zur Seite und zwängt sich in die Duschkabine, um sich mit einem, am Holzstiel befestigten, Schwamm sauber zu rubbeln.

Danach trocknet sie sich, so gut es eben geht ab…

Danach trocknet sie sich, so gut es eben geht ab, putzt sich die Zähne, steigt in Rock und Bluse, legt tonnenweise Schmuck an und benetzt alle freiliegenden Hautpartien mit Tosca-Parfüm. Danach noch Lidschatten, Eyeliner, Rouge und Lippenstift und fertig ist die Dame des Hauses. Nun wartet sie auf ihren geliebten Mann, der noch immer auf dem Kot-Thron für Besucher sitzt, gelegentlich mit der Zeitung raschelt und dann und wann mal einen Furz, deutlich hörbar, in die enge Kabine entlässt. Freundlich aber bestimmt hämmert sie gegen die hölzerne Tür und setzt ihren Mann damit bewusst unter Druck. Missmutig bricht der Mann sein morgendliches Geschäft ab, rubbelt sich fahrig die Kimme sauber und zieht sich danach die gammelige Cordhose und das Polohemd von gestern an. Auf die Morgentoilette verzichtet er, aus Protest, komplett.

Bewaffnet mit mehreren Taschen, Tüten und zwei Kisten Leergut macht man sich auf den Weg zur Garage. Der Mann öffnet das Tor, verschwindet im Innenraum und schmeißt achtlos das Leergut und die Tüten in den Kofferraum. Reimund ist schon jetzt bedient. Trotzdem befreit er nach kurzer Zeit den altersschwachen, aber zuverlässigen, Opel der Baureihe Club aus seinem Gefängnis, damit auch das angetraute Weibchen ins Vehikel einsteigen kann. Als Heidrun endlich ihren zarten Hintern im ausgesessenen Polster positioniert hat und der Sicherheitsgurt über Bauch und Möpse gespannt wurde, kann die kurze Fahrt zum nahegelegenen Einkaufscenter endlich beginnen.

Nach nur fünf Minuten der schweigsamen Fahrt…

Nach nur fünf Minuten der schweigsamen Fahrt erreichen sie das Einkaufsparadies und biegen auf den übervollen Parkplatz ein. Bis allerdings ein freier Abstellplatz für den grauen Liebling des Mannes gefunden wurde, vergehen weitere zehn Minuten. Endlich steht die Kiste. Reimund macht sich auf den Weg zum Supermarkt ihres Vertrauens, um einen Einkaufswagen zu holen. Die Ehefrau wartet so lange im Auto, damit ihre Knie nicht allzu lang, der ständigen Belastung ihres eigenen Gewichtes standhalten müssen. Als der Mann das Auto wieder erreicht hat, wuchtet auch seine Gattin die schweren Beine aus der Öffnung der Beifahrertür und Reimund befüllt den drahtigen Zwiebelporsche mit Leergut und Tragetaschen.

Dann geht es auch schon in den Laden. Direkt am Anfang muss allerdings schon Halt gemacht werden, denn hier befindet sich der einzige Automat für die Leergut-Abgabe. Leider steht direkt vor Heidrun und Reimund ein unzweideutig nach Knoblauch riechender Mann, der bewaffnet mit zwei prall gefüllten blauen Säcken, auf die Dienste der hochmodern erscheinenden Apparatur wartet. Reimund schwant böses und als der Stinker an der Reihe ist, bewahrheitet sich die unangenehme Vorahnung. Langsamer als eine Schnecke, fingert der vollbärtige Mann eine Plastikflasche nach der andere aus den Säcken und stopft diese in das dafür vorgesehene Loch im Automaten. Selbstredend ertönt, bevor der Übelriechende zu Ende gekommen ist, ein Alarm und eine rote Rundumleuchte signalisiert, dass der Bauch der Maschine zur Gänze gefüllt ist. Erst als nach einer kleinen Ewigkeit, sich ein untersetzter Mitarbeiter des Ladens dazu herablässt, den Automaten zu entleeren und entstören, kann der behaarte Iltis seine Arbeit zum Abschluss bringen und den Weg für Reimund und Heidrun freimachen.

Als die beiden schließlich den heiß ersehnten Kassenbon aus dem Automaten…

Als die beiden schließlich den heiß ersehnten Kassenbon aus dem Automaten in den Händen halten, kann es auch schon weitergehen. Man quetscht sich durch das Drehkreuz und gelangt in den perfekt ausgeleuchteten Obst- und Gemüsebereich des Marktes. Reimund schiebt den Einkaufswagen nun gelangweilt hinter seiner Frau her. Gelegentlich nickt er zustimmend, wenn sein angetrautes Weib ihm eine Frage zu einem Produkt stellt und beobachtet ansonsten schweigsam wie Mandarinen, Äpfel, ein Kohlkopf, Zwiebeln und ein längliches Gemüse, deren Namen er nicht kennt und nicht kennen will, in den Einkaufswagen gelegt werden.

Dann taucht man gemeinsam weiter in das innere des überfüllten Marktes ein. Die Frau arbeitet ihre Liste ab und Reimund konzentriert sich einzig und alleine darauf, den Einkaufswagen zielgerichtet durch die vielen anderen Einkaufswütigen zu steuern und seiner Frau, wie ihm der eigene Dackel beim Gassi-Gehen auch, ohne groß darüber nachzudenken zu folgen. Bedauerlicherweise ist Heidrun nicht in der Lage, die Produkte auf der Liste einfach aus dem Regal zu nehmen und in den Wagen zu verfrachten. Zum völligen Unverständnis des Mannes liest sich das Weibsbild, praktisch vom jeden Produktes, die Liste der Inhaltsstoffe auf der Rückseite durch und vergleicht diese mit einem vergleichbaren Fabrikat, eines anderen Herstellers.

Dann und wann nimmt die holde Weiblichkeit…

Dann und wann nimmt die holde Weiblichkeit auch einen Mitarbeiter des Ladens unter beschlag und stellt, ausschließlich zu ihrem Vergnügen, Fragen zum Preis, zur Herstellung und Auffindbarkeit der Produkte auf ihrer Liste. Reinhold schaut dann immer betreten zur Seite oder auf den Boden und tut so als würde er die Fragestellerin an seiner Seite nicht kennen. Erst als die Dame den Einkaufswagen fast bis zum Rand mit Fressalien und Artikeln aus dem Non-Food-Bereich gefüllt hat, erwacht die Aufmerksamkeit von Reimund wieder, denn sie haben den Bereich mit den Getränken erreicht.

Mit einem schnellen Handgriff greift Reimund sich die Kiste des billigen Mineralwassers und verfrachte sie unten, auf die Ablage unter dem Drahtkorb des Einkaufswagens und studiert sodann, mit geübtem Blick, die Preise der Biere die Heuer zum vergünstigten Preis angeboten werden. Bei der Auswahl des Bieres darf allerdings, einem ungeschriebenen Gesetz folgend, nichts falsch gemacht werden. Das Bier muss schließlich schmecken und so darf die Auswahl nicht nur am Preis festgemacht werden. Meist sind nur die nicht so schmackhaften Biere im Angebot und so greift der Rentner auch heute, wie eigentlich jedes Mal, zum Bier von der lokal ansässigen Brauerei.

An der Kasse legt die Göttergattin langsam und mit Bedacht, jedes Produkt einzeln…

An der Kasse legt die Göttergattin langsam und mit Bedacht, jedes Produkt einzeln auf das Warenband und drapiert dabei, aus einem dem Mann unbekannt Grund, schwere Sachen nach vorn und die Leichten ans Ende des gummierten Fließbandes. Immer wieder lächelt sie dabei die genervt wartende Kassiererin an, stellt Fragen zu Rabattmarken und merkt dabei nicht wie Reimund heimlich einen Dreierpack Kräuterlikör unter die Waren mischt. Als sie endlich den Wagen geleert hat und ganz hinten einen sogenannten Warentrenner auf das Band stellt, sind wieder einige Minuten ins Land gegangen. Als die Verkäuferin die Waren endlich über den Scanner zieht und der Einkaufskorb langsam aber sicher wieder gefüllt wird, erntet Reimund einen bösen vernichtenden Blick, als der Dame des Hauses den Likör in den Wagen knallt. Reimund ist es egal.

Als sie schliesslich den Laden verlassen, kommt es Reimund so vor, als ob draussen die Sonne bereits untergeht. Er ist ausgelaugt und fertig mit den Nerven. Schnurstracks eilt er zu seinem geliebten Auto und nimmt keinerlei Rücksicht darauf, dass Heidrun ihm nicht so schnell folgen kann. Mit den Nerven am Ende verfrachtet er die Einkäufe zuerst in die mitgebrachten Tüten und dann in den Kofferraum. Penibel achtet er aber darauf, dass der leckre Kräuterlikör nicht in den Tüten landet, sondern direkt in die Jackentasche seiner Strickjacke gesteckt wird. Er wird das Gesöff brauchen, sobald er daheim ist. Als sodann auch die Kisten mit Wasser und Bier im Kofferraum verschwinden kommt auch das schwitzende Weib herbei und lässt sich wie ein nasser Sack auf das Furzpolster des Beifahrersitzes nieder.

Hurtig steigt auch Reimund sodann in die Kiste…

Hurtig steigt auch Reimund sodann in die Kiste, klemmt sich hinter das Lenkrad und startet den Motor, um nachfolgend auf schnellstem Wege nach Hause zu steuern, das Vehikel in die Garage zu stellen und die Einkäufe in die Küche zu tragen. Sofort danach verzieht er sich mit den Dreierpack Kräuterlikör und zwei Flaschen Bier in den Bastelkeller und kommt erst dann wieder heraus, wenn die Gattin ihn zum Essen ruft. Danach bewaffnet er sich erneut mit Bier und verzieht sich wieder, um in seinem Hobbykeller endlich zu realisieren, dass er erneut einen dieser grausigen Tage, an denen der Einkauf erledigt wird, überstanden hat und er ab jetzt, genau sieben Tage Zeit hat sich vom heute erlebten Grauen zu erholen.

Beim Schaller in der Muckibude

Auch ich habe mich jetzt angemeldet. Ich will Fit werden wie ein Turnschuh und ein Sixpack haben wie Brad Pitt in seinen besten Zeiten, weiß aber schon vorher das es nicht funktionieren wird. Trotzdem, ein bisschen weniger von der Wohlstands-Plauze wäre schon etwas Feines. Also ab in den SUV und die wenigen Kilometer bis zur Fitnessbude herunterrasseln. Sicherlich, man könnte auch mit dem Fahrrad hinschaukeln, aber man soll es am Anfang ja nicht gleich übertreiben, mit dem Sport, habe ich mir sagen lassen. Außerdem haben die Wetter-Experten, in einer der vielen Wetter-Apps, die ich auf meinem Smartphone, fein säuberlich, direkt auf der zweiten Seite angeordnet habe, bestimmt irgendwo was von Regen gesagt. Wenn ich ein Türke wäre, würde ich jedenfalls darauf schwören. „Vallah“.

Als ich also den Panzer auf dem Parkplatz der Bude vom Schaller, dem ehemaligen Geschäftspartner und/oder Busenfreund von Dr.Motte abstelle, erwartet mich die erste Freude des schweißtreibenden Abenteuers. Hier, an dieser Stelle ist eine Parkscheibe vonnöten, sagt mir ein überlebensgroßes Schild direkt am Anfang des Platzes. Ein bisschen kleiner, darunter stand noch irgendwas wie: „Ansonsten könnte es teuer werden“, oder dergleichen. Dass ich keines dabei habe erschließt sich dem geneigten Leser, respektive Zuhörer, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, schon im vorausgegangenem Satzbaustein. „Scheiß darauf“, sage ich zu mir selbst und denke: „Wird wohl schon keine von den Zettel-Tanten vorbeischauen, in der halben Stunde, die es braucht, bis meine Muskeln vor schmerzen schreien.“

Gesagt getan. Karre verriegeln und hinein ins Vergnügen…

Gesagt getan. Karre verriegeln und hinein ins Vergnügen. Am Drehkreuz zeigt sich das die Mitgliedskarte funktioniert, denn ein grünes Licht signalisiert mir, das mir Einlass gewährt wird in den heiligen Hallen der gestählten Arme. Das grüne LED-Biernchen sollte aber auch das einzige offizielle Feedback des Tages sein, das ich erhalte, denn einen Mitarbeiter der Bude, geschweige denn einen ausgebildeten Fitness-Trainer sucht man hier, um diese Uhrzeit, vergebens. Eine Dame, die in Ansätzen dann doch was mit dem Schaller oder zumindest seine Firma zu tun hat, bekomme ich dann doch noch vor das Gesicht. Nämlich dann, als ich schon schwitzend vor Anstrengung, die Treppe zur ersten Etage hinter mir gelassen habe und den Umkleideraum für Herren betrete.

Die Dame wird so um die sechzig sein, schiebt einen dieser Reinigungskarren, die gefüllt sind mit den Utensilien, die es braucht, um Böden, Wände und Scheißhäuser zu reinigen vor sich her und sieht nicht nur aus wie eine Putze, sondern ist auch eine. Sie schaut beim Wischen des gefliesten Bodens mit einem Auge auf den Selbigen und mit dem anderen auf den schrumpeligen Schwanz eines aufgepumpten Mannes um die vierzig, der sich ungeniert vor der Alten entblößte, um unter die Dusche zu springen und sich die Sonnenstudio-gebräunte Haut sauber zu rubbeln.

Ich bin froh, das ich mich schon daheim in den Trainingsanzug gequetscht habe…

Ich bin froh, dass ich mich schon daheim in den Trainingsanzug gequetscht habe und nur noch die Schuhe tauschen muss und hoffe das die notgeile, glotzende Schreckschraube, wenn ich mit meiner Einheit fertig bin, ihre Arbeit zur Gänze verrichtet hat. Ein weiteres Mal nehme ich die Treppe und gelange auf kürzestem Wege in den Fitness-Raum und lasse diesen am Absatz der Treppe kurz auf mich einwirken. Hier scheinen tatsächlich Menschen, die etwas von Ihrer Arbeit verstehen und nach dem Abschluss der Klötzchen-Aufbau-Schule, auf dem dritten Bildungsweg ihren Master in: „Wie lasse ich eine Mucki-Bude anschaulich erscheinen“, nachgeholt haben am Werke gewesen zu sein. „Nicht schlecht Herr Specht, sieht gut aus, Rainer!“

Nun aber genug des Lobes und ran an den Bauchspeck und zum warm werden ein bisschen aufs Laufband. Ich habe gehört das einige das tun und aus der Ferne sehe ich auch schon ein paar von Denen in Reih und Glied auf der Stelle laufen. Dass ich das auch draußen in freier Natur haben könnte, ist mir im übrigen durchaus bewusst, allerdings verzichte ich gerne auf die Scheiß-Sonne, die mir einen Sonnenbrand auf die wenig behaarte Birne zaubert, wenn ich obendrauf nicht eine Mütze drapiere, oder mir nicht eines dieser bescheuerten Kopftücher um die Murmel wickele.

Also rauf auf eines der Laufbänder…

Also rauf auf eines der Laufbänder, zwischen einer fetten Ollen in den Wechseljahren und einen dicklichen Mann in meinem Alter, deren Deo schon vor einer ganzen Weile versagt haben muss. Hier bin ich also in bester Gesellschaft und kann, nachdem ich mit meinen Wurstfingern das Programm am Display auf: „Absoluter Anfänger“ eingestellt habe, endlich loslegen. Das Band läuft an und meine Beine bewegen sich im Schneckentempo vor und zurück. Bei diesem Tempo kommt ja nicht einmal meine Oma ins Schwitzen, denke ich und fingere erneut am Display herum, bis ich schlussendlich eine Geschwindigkeit gefunden habe, die Augenscheinlich deutlich schneller ist, als die nebenan bei der Dame auf der linken Seite und auch ein bisschen beim unappetitlich riechenden Mann auf der rechten. Euch werde ich es zeigen.

Tatsächlich perlen mir aber schon nach kurzer Zeit, die ersten Schweißtropfen von der Stirn und tropfen ungalant auf das Display. Mein Atem geht schnell und ich spüre das meine Beine, langsam aber sicher, schweren werden. Der Stinker, neben mir auf dem Fließband des Grauens, scheint das Ganze besser zu verkraften als ich, denn aus dem Augenwinkel kann ich erkennen das sein Atem ganz ruhig geht und er konzentriert gerade aus schaut, und dabei unverständlicherweise lächelt, wie ein Idiot.

Doch noch gebe ich nicht auf…

Doch noch gebe ich nicht auf. Diese Blöße will ich mir nicht geben. Mindestens 15 Minuten, will ich in diesem Tempo auf dem Laufband verbringen. Erst nach Ablauf dieser von mir selbst gesetzten Frist hat mein Arsch wieder Pause. „Keine Sekunde vorher“, denke ich voller Überzeugung, stelle sodann aber entsetzt fest, das gerade einmal vier Minuten vergangen sind. „Das wird haarig, das wird schwer. Danach werde ich fertig sein, mit meinem Training“, denke ich und schäme mich schon jetzt für meine Unsportlichkeit. Ich werde wahrscheinlich aus den Laden schleichen ohne ein einziges, stählernes, Gewichte in die Höhe gestreckt zu haben und frustrierter sein als jemals zuvor in meinem Leben.

Nach acht vergangenen Minuten auf dem Folterband denke ich ans aufhören. Meine Beine fühlen sich an, als wären sie aus Blei und das Shirt, dass ich träge, ist bereits komplett durchgeschwitzt. „Vielleicht soll es heute noch nicht sein. Eventuell brauche ich noch ein bisschen Zeit. Jeder fängt halt klein an, und es ist auch noch kein Meister vom Himmel gefallen“, murmele ich leise vor mich hin und bin verzweifelt.
„Ich brauche mich nicht zu schämen. Vor nichts und niemanden brauche ich, als erwachsener Mann, Rechenschaft abzulegen“, hänge ich noch dran und habe mich fast selbst überzeugt. Doch noch laufe ich auf der Stelle und habe noch nicht den großen roten, an einen Not-Aus-Schalter an einer Maschinen erinnernden, Knopf gedruckt, der das Band zum Stoppen bringt.

Es taucht eine junge Frau in meinem Blickfeld auf…

Es taucht eine junge Frau in meinem Blickfeld auf. Sie geht zu einem Crosstrainer, der direkt vor meinem Laufband platziert ist. Trotz das meine Wadenmuskulatur brennt wie ein trockener Weihnachtsbaum und ich schnaufe wie eine alte Dampflok, versuche ich locker und lässig auszusehen. Die blondierte Schönheit stellt ihre riesige Wasserflasche auf den Boden und präsentiert mir dabei ihren perfekten, in einer hautengen Leggings verpackten Hintern und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. In diesem Augenblick sehe ich wahrscheinlich genauso bescheuert aus, wie das Stinktier nebenan, doch es ist mir mehr als egal.

Es gibt sie also wirklich. Frauen die genauso hübsch sind, wie die auf den Plakaten von dieser Bude und ich habe das Glück das so eine, direkt vor mir ihren hübschen Körper in Wallung bringen möchte. Nun verspüre ich wieder neue Energie. Die junge Göttin in der engen Buchse, wird unbewusst dafür Sorge tragen, dass ich die 15 Minuten schaffe. Mindestens. Endlich steigt sie auf das Gerät und bewegt ihre langen Beine auf den Pedalen nach vorne und hinten. Endlich kommt auch ihr Po in Bewegung und mir kommt es so vor, als würde die Leggings an einigen Stellen durchsichtig werden, wenn sie der durchtrainierte Körper dehnt. „Das muss ein Material aus der Weltraumforschung sein“, denke ich und versuche trotz meiner heraushängenden Zunge und meiner animalischen Geilheit, die nötige Contenance zu bewahren.

Als ich endlich mein Ziel erreich habe und das Band zum Stillstand bringe…

Als ich endlich mein Ziel erreicht habe und das Band zum Stillstand bringe, schnaufe ich tief durch und glotze weiterhin auf die sich schnell bewegenden Arschbacken der blonden Amazone, vor mir. Beton lässig, schwinge ich sodann mein Handtuch über die Schulter, schlendere so cool es mir mit den schmerzenden Beinen möglich ist, an den geilen Hintern vorbei und schenke dem dazugehörigen Gesicht mein freundlichstes aber anzüglichstes Lächeln und ernte dafür den ausgestreckten Mittelfinger, der Göttin in Pink. Fuck.

Nach dieser Niederlage, gebe ich mich für heute geschlagen, beschließe aber am nächsten Tag, um die gleiche Uhrzeit wiederzukommen. Instinktiv erhoffe ich mir, dass die Blondine mit der engen Hose wieder da ist. Ich mag es, wenn Frauen ihre Krallen ausfahren und lächele, während ich langsam die Treppen zur Umkleide hoch schleiche. Oben angekommen stelle ich erleichtert fest, dass die Reinigungsfrau tatsächlich nicht mehr da ist. Der Tag scheint also doch nicht so schlecht zu werden, wie es den Anschein gemacht hat. Ich ziehe mich aus, reinige meinen schmerzenden Körper unter der Dusche und fühle mich, nach der Reinigung, erfrischt und vital wie niemals zuvor. Beim Anblick meines nackten Körpers im Spiegel der Umkleide, scheint es mir, als hätte sich der Umfang meines stattlichen Bauches tatsächlich schon ein wenig verringert, doch mein Gehirn trübt meine Freude, indem es mir sagt, das ich mich täusche.

Trotzdem bin ich stolz auf mich und bringe…

Trotzdem bin ich stolz auf mich und bringe, als ich wieder angezogen bin, die wenigen Haare auf meinem Kopf, mit einem Kamm wieder in Form. Danach steige ich die Treppen herunter erhasche einen letzten Blick auf meinen „Crush“, wie die heutige Jugend wohl sagen würde und beobachte wie die Frau, die gefühlt zwanzig Jahre jünger ist als ich selbst, ihre Brustmuskulatur auf dem Butterfly in Form bringt. Gerne würde ich eine Kusshand zuwerfen, oder ihr zumindest zuwinken, verzichte aber darauf als ich ihren bösen Blick sehe, den sie aufgesetzt hat, als sie mich erblickte.

Ein bisschen frustriert, aber dennoch stolz auf meine sportliche Betätigung und mit der vollen Überzeugung in der Brust, dass ich die junge Frau in den nächsten Tagen wiedersehen werde, verlasse ich den Fitness-Tempel. Gemütlich schlendere ich über den Parkplatz zu meinem Auto, betätige die Zentralverriegelung und schmeiße lässig meine Sporttasche in den Kofferraum des SUVs. Mit der linken Hand öffne ich sodann die Fahrertür, schwinge meine Hintern lässig in die Furzkuhle des Fahrersitzes, schnalle mich an und starte mein Fahrzeug. Erst jetzt, entdecke ich das Knöllchen, das hinter den Scheibenwischer meine Windschutzscheibe, geklemmt ist, bringe den Motor wieder zum Stillstand und steige aus.

Der Blick auf den Betrag, den ich blechen soll…

Der Blick auf den Betrag, den ich blechen soll, weil ich keine Parkscheibe in mein Vehikel gelegt habe, bringt mich zum erschaudern. 30 Euro soll ich überweisen und das bitte schnellstmöglich, muss ich lesen und kann aus den Augenwinkeln erkennen, wie eine junge Frau, mit perfekten Körper, der auf dem Butterfly gestählt wird, lauthals zu lachen scheint, während sie in meine Richtung schaut. Wahrscheinlich kann sie sogar aus der Ferne, durch die Glasfassade der Fitnessbude erkennen, wie dem alternden Idioten, der sie gerade noch dämlich angemacht hat und lüstern ihren Körper begutachtete, sämtliche Farbe aus dem Gesicht gewichen ist.

Wütend schmeiße ich den Schrieb auf den Beifahrersitz, starte erneut den Motor und brause vom Parkplatz. Verflogen ist all die Freude über meinen gestählten Körper. Verflogen ist die Vorfreude auf dem morgigen Tag, den ich wieder hier verbringen wollte. Unsympathisch erscheint mir die junge Fitness-Göre, mit ihrem leckeren Figürchen nun und egal ist mir meine fette Wampe. Tatsächlich spiele ich mit dem Gedanken, den ganzen Mist einfach ad acta zu legen und noch heute meine Vertrag, den ich mit Herrn Schaller geschlossen habe, zu kündigen, gestehe mir aber das Recht zu, mindestens noch eine Nacht drüber zu schlafen.